Katrin on Tour
30. Juni 2026

Linosa – Italiens vielleicht letzte wirklich ursprüngliche Insel

Es gibt mitten im Mittelmeer eine kleine Insel, ein Kleinod, vielleicht der authentischste Ort mit Meer, der noch in Italien existiert.

Sollte man am besten den Namen nicht nennen, kein Foto auf Social Media zeigen? Damit alles so bleibt, wie es ist…

Unverbaute Küsten, entspannte Einheimische, die sie noch über Touristen freuen…

Die Insel hat einen riesigen Vorteil…sie hat keine Strände, wenn man von der kleinen schwarz kieseligen Bucht am Hafen absieht.

Die natürliche „Auslese“ der Touristen setzt sich damit fort, dass es keinen Flughafen gibt und anstatt Hotels mit Pools gibt es nur ein paar Ferienwohnungen mit 80 er Jahre Charme und ein Mini- Hotel im Ortszentrum.

Hotelanlagen am Strand, Halbpension, Animation…Fehlanzeige… Wassersport, Tennis, Fitness…nein nichts davon.

Und was ist es dann, was mir und anderen gefällt?

Eine fast unberührte Natur, ein Meer wie ein Aquarium, ein erloschener Vulkankrater, gepflegte Wanderwege zwischen mediterraner Macchia immer mit Blick aufs Meer…

Kontrast zwischen vulkanischem schwarz, türkisfarbenem Meer, und dem weissen Ginster im Frühling…

Der intensive Ruf der Berta Minore…ein Sturmtaucher…salopp gesagt ein möwenähnlicher Vogel, die Schildkröte Caretta Caretta, die immer wieder kommt, um ihre Eier abzulegen…

Die natürlichen Schwimmbecken, die das Meer in das Gestein geschliffen hat…und und und.

Ich glaube, auch wenn ich sage, dass es sich um die Insel Linosa handelt, wird dort nie Massentourismus entstehen.

Die Einheimischen beschützen ihre Insel, es gibt kein uferloses Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten, das, was angeboten wird, ist einfach und bescheiden und zieht Menschen an, die auch mit wenig auskommen…

Sicher, in der Hauptsaison verirrt sich der eine oder andere Tourist von der benachbarten Insel Lampedusa auf die Insel.

Eine Stunde braucht man mit der Fähre von Lampedusa und drei Stunden ab Porto Empedocle.

Ich habe auf dem Schiff sofort gesehen, wer zu welcher Insel will… 

Die mit den grossen Koffern, die stylisch gekleideten, die Frauen mit Schnabelmund   eindeutig Lampedusa…

die „Ungebügelten“, mit Treckingsandalen und Rucksäcken…Linosa.

Ich glaube wir werden Wiederholer, die Insel wird uns nochmal sehen…etwas weiter ausserhalb der Saison, zum Wandern, gut essen, Bücher lesen und am Hafen rumsitzen und Nichtstun.

Die Urspünglichkeit hat mich sehr an die kleinen griechischen Inseln erinnert.

Zurückgekommen auf Sizilien, kam es uns vor, in einer Grossstadt angekommen zu sein…wer denkt, dass das Leben auf Sizilien langsam ist…dem kann ich versichern, dass man noch einen Gang runterschalten kann.