Eure Reisen
21. April 2026

Mutter- Sohn Reise

Liebe Katrin, 

wir sind gestern Mittag /Nachmittag wohlbehalten und voll toller Eindrücke und Erlebnisse zuhause angekommen. 

Wie nicht anders zu erwarten war, hast Du es mit den Buchungen natürlich genau getroffen.

Das Appartement war hinsichtlich Lage und Funktion grossartig. Finn will unbedingt wieder ganz genau da hin. Wir hatten einen Bäcker direkt vor der Tür, der uns ab Tag zwei kannte und ab Tag drei mit Namen begrüsste. Auch sonstige Verpflegung war super zu erreichen. Einzig lag das Appt. in einer Zone in der das Parken unverschämt teuer war. Glücklicherweise haben wir meist den wirklich einzigen kostenfreien Parkplatz unmittelbar vor dem Haus ergattert. (Man hätte auch wenige Meter weiter gratis oder günstiger stehen können - hier empfiehlt sich die Installation der Parka App. Die zeigt die Preiszonen an und man kann dort auch direkt zahlen.). Dafür hatten wir direkt von der Türe aus Blick auf Meer und Berge. Ein Traum !

Wir hatten von dir eine super lange Liste an Möglichkeiten und haben dann tagtäglich draus ausgewählt, was wir machen wollen. 

Was uns etwas in der Spontanität eingeschränkt hat war das Whale-Whatching: Wir hatten es vor Ort gebucht für Tag zwei. Als wir dort ankamen wurden wir wieder heim geschickt, weil der Seegang zu stark war und Kinder unter 6 nicht an Bord durften. 

Leider konnte man uns nicht kontaktieren, da das Kind auf dem Ticket nicht vermerkt war. Am Folgetag waren wir wieder da, diesmal wurden wir erneut heim geschickt, das Kind war zwar auf dem Ticket aber die Infostelle wo wir das Ticket erworben hatten, hatte meine Handynummer nicht drauf geschrieben so das man uns erneut nicht kontaktieren konnte im Vorfeld. Beim dritten Anlauf war es dann endlich so weit, wir durften an Bord - und haben keine Wale gesehen. 

Aber wir haben jetzt einen lebenslang gültigen Gutschein und dürfen nochmal gratis mitfahren. Ich würde jemandem, der zum ersten Mal in Island ist, empfehlen, das zu Gunsten von Spontanität wegzulassen - zumindest in den Wintermonaten. Im Sommer sieht man wohl deutlich mehr Wale, weil mehr Licht zu mehr Futter dort führt. Ich für meinen Teil habe allerdings total tolle Seevögel entdeckt, sodass ein älterer Brite und ich beide ganz glücklich waren und es uns überhaupt nicht mehr interessiert hat, ob da nun Wale waren oder nicht. Wir haben uns sehr nett über diverse Sichtungen und gute Spots in West-England und Schottland ausgetauscht. Finn ist nach ca 1 Stunde eingeschlafen und erst bei Einfahrt in den Hafen wieder aufgewacht :-D

Der Hafen und die Gegend dort selbst ist super cool, da ist ganz viel los. 

Besonders schön war das Whales of Iceland Museum. Hier hängen (laut Prospekt) 23 lebensgroße Wale herum. Wir haben hier drei Stunden verbracht, weil es wirklich Spaß gemacht hat. Auch für Kinder ist es großartig. Die Menschen sind extrem freundlich, es gibt einen Spiel-Bereich, man darf die Modelle streicheln und es ist erlaubt, dazwischen herumzusausen. Wirklich super gut. 

Dann hat uns Perlan beeindruckt. Im Eintritt automatisch dabei ist eine Videoshow über den letzten Vulkanausbruch, wo man auf einer Plattform quasi in den Vulkan reist und dann mit ihm ausbricht. Anschließend geht es dann real in eine Gletscherhöhle. Auch das restliche Museum ist cool gemacht und auch hier ist es für Kinder wirklich super. 

Diese beiden Museen sind in der Reykjavik City Card nur mit einem gewissen Rabatt dabei. Andere, wie das Maritim Museum (da waren wir gleich zweimal weil es irgendwie einfach aber zugleich echt toll ist, wenn man Museen mag) sind gratis. Die Card lohnt sich auf jeden Fall für 24 Stunden, wenn man bisschen mit dem Bus herum gondeln und mindestens zwei Museen besuchen möchte. 
Auch in der City Card, aber nicht übermäßig teuer ist der kleine FamilyPark / Zoo. Der ist super, es gibt ein paar Tiere, einen (im Winter abgeschalteten) Freizeitpark mit Fahrgeschäften und einen wirklich tollen Spielplatz.

Wir sind auch ein bisschen herumgereist. Die Landschaft ist phantastisch. Die Berge, die da so wie hingepurzelt aussehen, haben mich sehr fasziniert. Man befindet sich eben noch auf Meeresniveau und bums ohne Vorwarnung steht da eine Bergflanke vor einem und es geht 900 m hoch. Habe ich sonst noch nirgends gesehen. Den großen (und kleinen) Geysir haben wir uns angeschaut, das würde ich auf jeden Fall für mit und ohne Kind empfehlen. Am Gullfoss Wasserfall waren wir auch. Hier haben wir allerdings mehr Zeit verbracht, vor malerischer Kulisse eine Schneeballschlacht zu machen, was sehr lustig war. 

Auch lustig war ein Bauer, der seine Isländerpferde direkt an der Straße untergebracht hatte. Er hat nebendran ein kleines Häuschen gestellt, in dem man Futter kaufen und die Pferde füttern und streicheln konnte. Eine schöne Idee. Finn war ganz glücklich damit. Die heißen Quellen habe ich mir nach reiflicher Überlegung gespart, weil mir der kluge Gedanke gekommen ist, dass sie möglicherweise für Finn gar nicht die richtige Temperatur haben könnten. Er mag auch die Badewanne eher warm als heiß. Und dann wäre es irgendwie enttäuschend gewesen, dort zu sein und nicht rein zu können. Das machen wir ein andermal. Wir sind beide überzeugt, das wir da nochmal hin wollen. Was dann auf dem Plan steht: einfach mal in eins der Schwimmbäder gehen. einen Vulkan aus der Nähe sehen weiter raus aus Reykjavik Richtung Norden

Womit ich irgendwie nicht gerechnet hatte ist, wie unglaublich teuer alles ist. Wir hatten am letzten Abend Fish&Chips und einen Salat mit Falafel zum mitnehmen im Restaurant schräg gegenüber geholt und dafür sage und schreibe 60 € gezahlt. Eine Kugel Eis kostet 6-7 €. Ich habe ab dem zweiten Tag nicht mehr umgerechnet, sondern einfach die Karte hingehalten. Ausgeglichen wir das dann aber wieder durch so nette Sitten wie dass Leitungswasser grundsätzlich gratis ist und ebenso die Nachschläge bei Suppen. Da wird das refill sogar aktiv vom Personal angeboten. So. Dann der spannende Teil - was haben wir gepackt und was haben wir gebraucht ;-) Ich habe noch keine Illustration dazu gemacht, aber ich will es auch unbedingt dokumentieren. 

Vorab: ich habe tatsächlich nahezu alles gebraucht, was ich gepackt habe, habe aber außer einer Mütze nichts vermisst. Das mit der Mütze war auch dumm gelaufen. 

Ich wollte sie auf die Reise aufsetzen und habe dann im letzten Moment nach meiner Lieblingscappi gegriffen. Warum? keine Ahnung. Dann habe ich die ganze Zeit überlegt eine zu kaufen, aber es ging schon auch ohne. Überzählig war eine Jeans (aber das weiss man mit Kind halt nie, ob man nicht am ersten Tag eine große Portion Tomatensauce abbekommt die im Waschbecken nur schwer auszuwaschen ist), ein Merino-Longsleeve (war nicht so kalt), unsre Badesachen, je eine Unterhose und die Ersatz-Innenschuhe für Magnus' Winterstiefel. 

Für den Flug waren wir ganz normal nach hiesigen Verhältnissen gekleidet. Schuhwerk allerdings schon für Island, d.h. Winterstiefel für Finn, Bergschuhe für mich. Das waren auch unsere einzigen Schuhe. Wir hatten Jacken so gewählt, dass wir je eine dünne Hardshelljacke und eine Fleecejacke schon zuhause anhatten und je eine Daunenjacke, die zwischen diese Lagen passt und nicht viel Platz braucht im Rucksack.

Nun also was alles dabei war (ich finde übrigens, es ist ganz schön viel): 

jeweils: - 4 Unterhosen - 1 Jogginghose - 3 T-Shirts - 1 (ich) / 3 (Finn) Pullover - 1 (ich) / 2 (Finn) Lange Unterhose Merino - 3 paar Socken - 1 Jeans (nur ich) - 1 Softshellhose - 1 Schneehose (nur Finn) - 1 Daunenjacke - 1 paar Handschuhe - Handy-Ladekabel - zwei leere Stoffbeutel Dann hatte Finn einen kleinen Rucksack mit - 2 Lieblingskuscheltiere - eine ganz kleine Box mit vier Playmofiguren (die hat sich bewährt und ist immer dabei) - Bücher zum Vorlesen - Gummibärchen für den Flug - bissl Proviant - Kopfhörer - 1/2 l Wasser (weil das bei Kindern erlaubt ist) Ich hatte ebenfalls einen kleinen Rucksack mit - Tickets, Ausweise, sonstige Reiseunterlagen - Geldbeutel - Handy - Reiseführer (den es nicht gebraucht hätte) - zwei Mülltüten - Taschentücher - großer Berg Malsachen für mich, die ich aber immer gewillt bin zu teilen und die ich absolut nicht ernsthaft minimal packen kann.

Kulturbeutel (der ist immer so gepackt, auch wenn wir im Auto unterwegs sind): benutzt haben wir Zahnbürsten, Zahnpasta und festes Shampoo dabei war noch - Fiebersaft - Fettcreme falls es sehr kalt und stürmisch ist - Fenistil - Pflaster - Desinfektionsspray - Sonnencreme - Hustenbalsam - Ibuprofen - Bepanthen-Creme Das ist alles immer startklar in einem 1l Beutel verstaut, sodass ich es nur einpacken muss. Hat sich auf unsren Reisen in dieser Zusammensetzung bewährt. Für längere Reisen habe ich manchmal noch andere Dinge dabei - je nachdem wohin es uns eben verschlägt. Gut. Dann schicke ich Dir noch ein paar Fotos. Die Fotos sind überwiegend nicht so toll, ich kann einfach besser malen als Fotografieren. Das gezeichnete Album ist aber auch fertig und ich schick Dir das auch noch. Muss es noch abfilmen / scannen. 

Unser übergreifendes Fazit ist jedenfalls: Nach 6 Tagen in einer Stadt war es total ok für uns beide nach Hause zu reisen. Wir haben uns alles aufgezählt was wir tolles erlebt haben und fanden es mehr als genug. Allerdings sehen wir die Reise eher als Anfang einer langen Island-Liebe und sind uns sicher, dass wir schon bald wieder da hin müssen, um noch viel mehr zu entdecken. (Ob wir dann den Gutschein zum Whale-Watching einlösen? Mal sehen...)

Liebe Grüße Stefanie